Voll gestillte Kinder haben üblicherweise einen sehr weichen bis flüssigen, recht hellen und wohlriechenden Stuhl, der ohne Probleme abgesetzt werden kann. Sollte der Stuhl jedoch fest sein oder dein Baby Mühe haben, diesen auszuscheiden, ist ein Arztbesuch dringend erforderlich. Ein Beispiel dafür, wie Muttermilchstuhl NICHT aussehen sollte, findest du hier:

Muttermilchstuhl eines voll gestillten Säuglings mit Morbus Hirschsprung

Bei Säuglingen, die PRE-Nahrung bekommen, sollte der Stuhl ebenfalls weich und wohlriechend sein. Hier sollte die Frequenz mindestens bei täglich liegen und der Stuhl ohne Probleme ausgeschieden werden können. Wenn dein Baby nicht täglich Stuhl absetzt oder Schmerzen beim Stuhlabsatz zeigt, ist ein Arztbesuch dringend anzuraten.

Ab Beikost-Beginn wird der Stuhl meistens kompakter, sollte aber trotzdem ohne Schmerzen ausscheidbar sein. Wenn dein Kind bei Beginn der Beikost Probleme mit Verstopfung bekommt, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sein Darm eventuell noch nicht bereit ist, feste Nahrung zu verdauen. Überprüfe am besten erst, ob es wirklich bereits alle Beikost-Reifezeichen erfüllt. Was Beikost-Reifezeichen sind, kannst du hier nachlesen. Tipps zum Thema Beikost-Einführung bei Verstopfung findest du hier.  Zusätzlich solltest du aber unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Bei Kleinkindern und Schulkindern spricht man von einer Verstopfung, wenn sie seltener als 3x die Woche Stuhlgang haben und/oder dieser sehr hart und schmerzhaft ist. Harter Stuhl ohne Beschwerden ist aber noch nicht als Verstopfung anzusehen, sehr wohl kann aber ein Kind, das regelmäßig kleine Stuhlportionen entleert, eine Verstopfung haben, wenn die ausgeschiedene Stuhlmenge kleiner als die Stuhlproduktion des Darms ist. Ein Beispiel dafür, welche Menge an Stuhl definitiv zu wenig ist, siehst du hier:

Stuhlmenge eines 6-jährigen Kindes mit massiver chronischer Verstopfung

Wenn der Stuhlabsatz als unangenehm oder schmerzhaft empfunden wird, passiert es sehr häufig, dass Kinder dem Stuhldrang mit aktivem Stuhlverhalten entgegenwirken, um die zu erwartenden Schmerzen zu verhindern. Dadurch bleibt der Stuhl länger im Dickdarm. Dort wird ihm weiterhin Wasser entzogen und der Stuhl dickt noch mehr ein, er wird noch härter. Die Schmerzen beim nächsten Stuhlgang sind somit vorprogrammiert. Der Grundstein für den sogenannten „Teufelskreis“ ist gelegt. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, was man unter diesem „Teufelskreis“ versteht und was er für weitgreifende Folgen hat, dann lies bitte hier weiter.