Wie entsteht die Enkopresis ohne Verstopfung

Bei der nicht-retentiven Enkopresis spielt – vor allem bei älteren Kindern – die psychische Komponente eine größere Rolle.

Im Fall einer Enkopresis ohne Verstopfung kann ein psychosoziales Problem zu Grunde liegen und die Kinder bedürfen, neben der organischen Abklärung und Therapie, einer weiterführenden psychiatrischen Untersuchung. Vor allem bei älteren Kindern spielen die psychische Komponente oder auch psychiatrische Erkrankungen eine größere Rolle. Änderungen im Alltag, wie zum Beispiel die Geburt eines Geschwisterkindes oder traumatische Erlebnisse wie Trennung der Eltern oder ein Todesfall können ebenso Auslöser sein wie die Interaktion mit der Peergroup oder in seltenen Fällen sexueller Missbrauch.

 

Zusätzlich zur Enkopresis treten häufig Begleiterkrankungen, sogenannte Komorbiditäten auf. Die häufigsten können sein:

  • Harninkontinenz tagsüber (Enuresis)
  • Harninkontinenz nachts
  • Rezidivierende (immer wiederkehrende) Harnwegsinfekte

Das Einnässen aber auch das Einkoten kann wiederum eine Harnwegsinfektion begünstigen, die ihrerseits wieder Ursache für das Einnässen sein kann.

Bei 30-50% der Kinder mit Enkopresis – egal ob mit oder ohne Verstopfung – kommen mögliche psychische Begleiterkrankungen (Joinson et al., 2006) vor:

  • Störungen des Sozialverhaltens mit oppositionellem Verhalten
  • ADHS
  • Spezifische Phobien
  • Emotionale Störungen mit Trennungsangst
  • Generalisierte Angststörung
  • Depressive Störungen
  • Soziale Phobien